DGL 2019

23.–27. September 2019

Jahrestagung 2019 der Deutschen

Gesellschaft für Limnologie e.V.

 

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Exkursionen

 

Alle Exkursionen finden am Freitag, den 27. September statt!

Exkursion 1 (E1) muss leider entfallen.

 

E1: Quellen im Münsterland – Interdisziplinäre Forschung am Beispiel der Baumberge (entfällt)Die Baumberge sind eine Hügellandschaft (ca. 40 km²) westlich von Münster in Westfalen, Mit mittleren Höhen von 150-170 m ü. NN stellen die die höchsten Erhebungen im zentralen Münsterland dar. Aufgrund dieser Höhen stellen die Baumberge eine Niederschlagsbarriere mit vergleichsweise hohen Niederschlagsmengen dar. Bei den Gesteinsschichten handelt es sich um die letzten Ablagerungen der jüngsten Kreidezeit (höhere Oberkreide) im gesamten Münsterland. Sie bilden im Untergrund eine schüsselartige Muldenstruktur (Reliefumkehr). Das versickernde Niederschlagswasser sammelt sich zunächst als Grundwasser in der Muldenstruktur und läuft zeitverzögert an zahlreichen Quellen (Überlaufquellen) über. Die Quellen speisen die Flüsse Rhein, Ems, Ijssel und Vechte, die in alle Himmelsrichtungen fließen (hydrographischer Knoten). Die Baumberge stellen ein nahezu geschlossenes Grundwasserökosystem dar.Bei schönem Wetter wird eine ca. 6 km lange Wanderung  eingeplant.Anmerkung: Bitte wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk etc. mitbringen. Einkehrmöglichkeit ist vorhandenDatum: Sonntag, 22. SeptemberStart: Schloss in Münster, Sonntag, 22. September, 13:00  UhrEnde:  Schloss in Münster  18:00  UhrExkursionsleitung: Patricia Göbel, WWU Münster Dies ist eine gemeinsame Exkursion mit den Teilnehmern der GEO Münster, die zeitgleich mit der DGL in Münster stattfindet.  E2: Exkursion zum Heiligen MeerEine ganztägige Exkursion führt zum Naturschutzgebiet „Heiliges Meer“ im nördlichen Kreis Steinfurt. Im Grenzbereich der Gemeinden Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren und Recke sind durch Bodensackungen Gewässer in größerer Zahl und unterschiedlicher Größe entstanden. Der größte Erdfallsee in dieser als „Heiliges Feld“ bezeichneten Senkungszone ist das "Große Heilige Meer". Im Naturschutzgebiet werden zahlreiche limnologische Forschungsprojekte der WWU Münster und der FH Münster in Kooperation mit der Biologischen Station unter Leitung von Dr. Heinrich Terlutter durchgeführt. Darüber hinaus werden Kurse für Schulklassen und die interessierte Öffentlichkeit angeboten, in denen Kenntnisse über Gewässer sowie über Fauna und Flora des Naturschutzgebietes vermittelt werden.Die Exkursion bietet die Möglichkeit, das Naturschutzgebiet auf einem Rundgang kennenzulernen. Am Heideweiher im Südwesten des NSGs wird ein Messaufbau für die hochaufgelöste Messung von Treibhausgasen besichtigt. Vom Boot aus kann das Große Heilige Meer hinsichtlich der abiotischen Parameter und der Zusammensetzung des Zooplanktons untersucht werden. Es besteht die Möglichkeit, die Proben in der Biologischen Station mikroskopisch auszuwerten. Dort werden darüber hinaus Untersuchungsergebnisse und Ziele laufender Projekte vorgestellt. Die An- und Abreise erfolgt mit einem Bus.https://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de/de/heiliges-meer/Datum: Freitag, 27. SeptemberStart: Schloss in Münster 9:00 UhrEnde: Schloss in Münster 17:00 UhrEine Mittagsverpflegung wird vor Ort angeboten.Exkursionsleiter: Heinrich Terlutter (LWL-Museum für Naturkunde), Klaus-Holger Knorr, Bettina Zeis (WWU Münster)Heiliges Meer (1) Heiliges Meer (2) E3: Ems im Kreis Steinfurt (entfällt)Schon mit dem 1990 aus der Taufe gehobenen Ems-Auen-Schutzkonzept rückten viele Ziele der im Jahr 2000 in Kraft getretenen EG-WRRL in den Handlungsfokus der Verantwortlichen in der Umweltverwaltung des Landes NRW. Die Zeiten in denen die Ems als freifließender und mäandrierender Sandfluss ihr Bett und die Aue gestaltete und vielfältige Lebensräume schuf, waren zu diesem Zeitpunkt zum Teil schon seit mehreren hundert Jahren vorbei.Schifffahrt, wachsende Siedlungen, Hochwasserschutz und die landwirtschaftliche Nutzung der Aue hatten vor allem seit dem 19. & 20. Jahrhundert zur Regulierung der Abflussverhältnisse, Begradigung des Flusslaufes und dem Verlust von Überflutungsflächen und Lebensräumen gesorgt. Die negativen Folgen der Laufverkürzung, die damit einhergehende Tiefenerosion der Sohle und die weitgehende Entkopplung von Fluss und Aue führten im Endeffekt maßgeblich zur Verfehlung der ökologischen Ziele von EU, Bund und Land NRW.Mit der Exkursion will die für Ausbau und Unterhaltung der Ems zuständige Bezirksregierung Münster an Beispielen im Raum Greven und Saerbeck (Kreis Steinfurt) aufzeigen, wie die unterschiedlichen Nutzungsansprüche mit den ökologischen Zielen im ländlichen Raum, aber auch in den Siedlungsgebieten in Einklang gebracht werden können.Datum: Freitag, 27. SeptemberStart: Schloss in Münster 9:001.  Exkursionsziel Ems in Greven: Aufweitung, Uferabflachung, Sekundäraue, Strömungslenkung mittels Lenkbuhnen in Verbindung mit dem Neubau einer Notentlastung der Regenwasserkanalisation im eingedeichten innerstädtischen Gebiet.2.  Exkursionsziel Altarmanschluss Hembergen: Laufverlängerung um 1 km, Neuschaffung von 1,5 km temporär durchströmten Altgewässern, Förderung naturnaher Laufentwicklung, naturnahe Überflutungsdynamik innerhalb der neu geschaffenen Ersatzaue, Förderung, Erhalt und Entwicklung von Hart und Weichholzauwald. (hier ca. 1,5 h Fußweg!)Ende: Schloss in Münster 14:00Keine Einkehrmöglichkeit / Mittagspause, festes Schuhwerk, je nach Witterung angepasste BekleidungExkursionsleitung: Hannes Schimmer (Bezirksregierung Münster) Ems in Greven nach Umbau Altarm HembergenE4: Emsaue bei TelgteZiel der Exkursion ist die Emsaue bei Telgte, in der zwei Ganzjahresbeweidungsprojekte vorgestellt werden sollen.Seit 2004 betreibt die NABU Naturschutzstation Münsterland in der Emsaue zwischen Münster und Telgte mehrere Beweidungsprojekte mit Heckrindern und Koniks. Die maximale Beweidungsdichte beträgt jeweils 0,5 GVE/ha. Die Anzahl der Tiere ist auf die natürliche Tragfähigkeit des Lebensraums abgestimmt, so dass nur bei extremen Bedingungen zugefüttert wird. Weitere Informationen siehe unter: www.NABU-Station.de.Durch zahlreiche Maßnahmen und dank finanzieller Unterstützung verschiedenster Förderkulissen (u.a. LIFE) wurden darüber hinaus Kleingewässer, Blänken und Sonderstandorte geschaffen, die eine hohe strukturelle sowie auch floristische und faunistische Vielfalt mit sich bringen. Die Ems wurde im Rahmen eines LIFE Projektes durch das Land NRW teilweise renaturiert, d.h. Steinpackungen entfernt und Altarme wieder angeschlossen.Datum: Freitag, 27. SeptemberStart: Schloss in Münster 09:00 Uhr1.  Exkursionsziel Beweidungsgebiet Lauheide: extensives Ganzjahresbeweidungsgebiet mit Heck-rindern und Konik-Pferden; tlw. renaturierte Ems, unterschiedliche Feuchtgrünland- und Auwaldbereiche; unterschiedliche Altarm- und Gewässerstrukturen zwischen Ems und Waldfriedhof; Amphibien, Fische, etc. (hier ca. 2,5 h Fußweg!)2. Exkursionsziel Beweidungsgebiet Pöhlen: unterschiedlich feuchte und trockene Grünlandstandorte Vorkommen von Laubfrosch, Kammmolch, Knoblauchkröte,  Helm-Azurjungfer etc. (hier ca. 1,5 h Fußweg!)Ende: Schloss in Münster 14:00 UhrAnmerkung: bitte wetterangepaßte Kleidung, festes Schuhwerk etc. mitbringen. Keine Einkehrmöglichkeit.Exkursionsleitung: Norbert Menke, Christian Göcking NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.Extensive Beweidung in der Emsaue Pöhlen Laubfrosch auf Brombeerzweig in der Emsaue(Fotos: C.Göcking) E5: Die Rieselfelder von Münster – Europareservat und Ramsar-SchutzgebietDas Gelände der Rieselfelder von Münster hatte in den letzten zwei Jahrhunderten schon viele Gesichter: Ursprünglich mit Eichen-Hainbuchenwald bedeckt, verarmte sein Boden aufgrund der Übernutzung durch den Menschen mit Holzeinschlag und Viehhaltung so sehr, dass sich allmählich ein Heidegebiet entwickelte. 1899 wurden dort Rieselfelder angelegt, die ab 1901 ihre Funktion als „Anlage zur Landbehandlung von Abwässern“  für die Innenstadt von Münster aufnahmen. Die offenen Flachwasser- und Schlammparzellen der Rieselfelder boten vielen seltenen und gefährdeten Wasser- und Watvogelarten einen attraktiven Ersatzlebensraum an, weil parallel durch die Trockenlegung von Mooren, den Umbruch großer Feuchtwiesen zu Ackerland und die Begradigung von Flüssen und Bächen immer mehr natürliche Feuchtlebensräume in Mitteleuropa verschwanden.So entstand aus Menschenhand ein mosaikartiges Feuchtgebiet aus flachen Wasserstellen, Schlammbänken, feuchten Brachflächen und nassem Grünland. Viele Vogelarten sind bei der Nahrungssuche gerade auf Flachwasserzonen angewiesen. Der meist nur bis zu 20 cm hohe Wasserstand bot neben der Fülle auch eine gute Erreichbarkeit der Nahrung.Nach 1965 wurde deutlich, dass die Rieselfelder die täglich anfallenden Abwassermengen Münsters nicht mehr bewältigen konnten. Seit dem Bau der Großkläranlage werden die Rieselfelder mit dem gereinigten Abwasser der Kläranlage bewässert. Das Gebiet ist als Naturschutzgebiet und Feuchtgebiet internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention und als „Europäisches Vogelschutzgebiet“ nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie  ausgewiesen und damit Teil des in der EU-Richtlinie „Flora-Fauna-Habitat“ (FFH) ausgewiesenen europäischen Netzes „Natura 2000“.Die Exkursion beinhaltet eine Einführung in die Geschichte und Bedeutung der Rieselfelder.  Weiterhin werden die unterschiedlichen Lebensräume und ihre Vogelbewohner vorgestellt sowie die Managementarbeiten zur Erhaltung des künstlichen Vogelparadieses erläutert. Die Exkursion endet mit einer Kescheraktion.Datum: Freitag, 27. SeptemberStart: Schloss in Münster 9:00 UhrEnde: Schloss in Münster 13:00 UhrExkursionsleiter: Frederike Gabel, Hans-Uwe Schütz, WWU Münster Rieselfelder E6: Fischökologische ExkursionFische und zahlreiche Wasserorganismen sind auf eine Durchgängigkeit der Fließgewässer angewiesen. Leider sind die wenigsten Bäche und Flüsse in Nordrhein-Westfalen frei passierbar. Stauwehre, zum Teil mit problematischer  Wasserkraftnutzung, unterbrechen die Wanderungen der Fische. Dieser Zustand widerspricht den Zielen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit fordert.Die Werse, ein 67 km langer Zufluss der Ems, wird an der Havichhorster Mühle in Münster in ihrem Verlauf durch ein Wehr mit einer Kleinwasserkraftanlage unterbrochen. Zur Herstellung der Durchgängigkeit wurde im August 2012 ein 430 m langes, naturnahes Umgehungsgerinne gestaltet.Naturnahe Umgehungsgerinne bieten Fischen nicht nur die Möglichkeit Querbauwerke zu umgehen, sondern können für einige Arten auch Lebensraum sein. Mit Hilfe einer Elektrobefischung im Gerinne werden die wandernden und stationären Fische erfasst und den Exkursionsteilnehmern mit ihren Habitatansprüchen vorgestellt. Die Bedeutung und Effizienz von Fischaufstiegsanlagen wird anhand aktueller Monitoringergebnisse aus anderen Fließgewässern diskutiert.Datum: Freitag, 27. SeptemberStart: Schloss in Münster 9:00 UhrEnde: Schloss in Münster 14:00 UhrExkursionsleiter: Olaf Niepagenkemper (Fischereiverband NRW e.V.), Svenja Storm (Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V.) E7: Projektgebiet Erlebensraum LippeaueIm Rahmen des Projektes „Erlebensraum Lippeaue“ erfolgt die abschnittsweise Umgestaltung der Lippe und ihrer Aue. In der Zielvorstellung soll die Lippeaue in der Lage sein, als gesundes Ökosystem ein breites  Spektrum an Ökosystemleistungen (wie Erhöhung von Retentionsfläche oder Verbesserung der Luftqualität) für Bürgerinnen und Bürger bereitzustellen. Die Förderung des Projektes erfolgt durch die „Grüne Infrastruktur NRW“ und das Programm EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung). Das Naturerleben soll mit dem Projekt „Erlebensraum Lippeaue“ auch Personengruppen aus benachteiligen und von Ausgrenzung bedrohten Schichten ermöglicht werden.Die Umsetzung erfolgt in 3 Teilabschnitten. Im ersten Teilabschnitt erfolgt eine Verlegung des Deiches und ein Stück der alten Lippe wird als Lippeumflut angeschlossen. Außerdem beinhaltet dieser Bereich einen Auenpark. Die Ufer werden im Auenpark naturnah gestaltet und es wird ein erlebbares Lippeufer angelegt. Im zweiten Abschnitt wird der Kläranlagenablauf verlegt und die Lippeaue naturnah gestaltet. Im dritten Teilabschnitt wird der Lauf der Lippe durch das Anlegen einer Schleife verlängert. Des Weiteren wurden diesem Bereich archäologische Grabungen in Zusammenarbeit mit Schulen durchgeführt. Ein weiterer Baustein des Projektes ist das urbane Gärtnern „Kornmersch“ und als Satelit in der Innenstadt „Feidikstraße“. Die drei Teilbereiche werden durch Rad- und Fußwege verbunden. Eine weitere geplante Maßnahme ist ein Lern- und Integrationsbauernhof mit Hofladen, Gaststätte, Natur-KITA und einer Umweltbildungsstätte.Im Rahmen der Exkursion erfolgt eine Begehung des Projektgebietes, welches sich in Teilen als Baustelle darstellt.Datum: Freitag, 27. SeptemberStart: Schloss in Münster 9:00 UhrEnde: Schloss in Münster 13:00 UhrExkursionsleiter: Oliver Schmidt-Formann, Stadt Hamm, Amtsleitung Umweltamt 

 

 

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